Die wohl bekannteste Legende berichtet, dass die Georgier nicht dabei waren, als Gott die Erde unter den vielen Völkern verteilte. Als Gott sein Werk vollendet hatte und er sich ausruhen wollte, erschienen vor ihm die Georgier und verlangten nach einem Stück Land für sich. Gott war erzürnt und sagte ihnen, dass er alles bereits vergeben hatte. Da wurden die Georgier traurig und sagten, sie kämen so spät, weil sie gefeiert und zum Schluss noch auf sein Wohl getrunken haben. Dann fingen sie an zu singen und tanzen. Die Fröhlichkeit der Georgier, ihre Gesänge und ihr Tanz hat Gott so beeindruckt, dass er ihnen das Stück Erde schenkte, ein kleines Paradies, was er eigentlich für sich reserviert hatte…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 1

 

Do, 10.05.12 Mit der Bahn geht es von unserem Heimatstädtchen Goslar nach Hannover zum Flughafen. Pünktlich zwei Stunden vor Abflug sind wir da, checken ein und vertreten uns noch die Beine, bevor es dann gegen 18.30 Uhr in die Luft geht.

Nächster Halt: Istanbul. Gegen 22.00 Uhr landen wir auf dem riesigen Flughafen. Hier wird umgestiegen (hoffentlich landet auch unser Gepäck im richtigen Flieger!!!)

Zeit genug haben wir und so gönnen wir uns ein Bier, ich glaube eines der teuersten unseres Lebens.

 

 

Schon bald sitzen wir in der neuen Maschine und heben ab in Richtung Tiflis, wo wir gegen 3.30 Uhr landen.

Nachdem wir unser Gepäck haben, begeben wir uns zum Ausgang an dem unser „Reiseleiter“ Hans- Heiner schon auf uns wartet. Schnell sind die Koffer im Wagen verstaut und so „fliegen“ wir durch´s nächtliche Georgien auf die Hauptstadt zu. Hell erleuchtet die Stadt, Strom sparen, Fehlanzeige. Jedes größere Gebäude der Stadt erstrahlt in hellem Glanze, über der Stadt der Funkturm, der scheinbar im Discotakt sein Licht verändert.

 

          

 

    

 

Jetzt nur noch ins Hotel, direkt im Zentrum und erstmal eine „Mütze“ voll Schlaf. Die Temperaturen sind angenehm, ca. 20 Grad C gegen 4.00 Uhr. Nur kurze Zeit danach liegen wir im Bett und werden eine Stunde später unsanft aus dem Schlaf gerissen. Die Stadt erwacht, hatte sie überhaupt geschlafen? Sofort das Fenster schließen, sonst ist an ein Weiterschlafen nicht zu denken.

Ein paar Stunden bleiben noch, bevor der Tag uns erreicht.

 

Tag 2

 

Fr, 11.05.12 Um 10.00 Uhr sind wir auf, machen uns frisch und gehen zum Frühstück nach unten. “Gomardschobat“ begrüßt man uns freundlich, wir nehmen Platz und „erfreuen“ uns am Frühstück.

 

     

 

                                

 

Da unsere Rundreise erst morgen beginnt, wollen wir heute schon mal die Stadt erkunden und bald befinden wir uns mitten im Treiben. Zunächst zieht es uns hinunter in die Altstadt, vorbei an Villen, deren Glanz aus längst vergangenen Zeiten erzählt. Mittlerweile sind 30° C im Schatten und der üppige Straßenverkehr und die damit verbundenen Abgase treiben uns in das höhergelegene Betlemi-Viertel, wir passieren die Kirche oberhalb der Stadt.

 

    

 

    

 

Von dort gnießen wir den Blick über das gesamte Stadtzentrum. Hier herrscht rege Bautätigkeit. Wir können die berühmten Schwefelbäder im Bäderviertel Narikala sehen. Über uns erhebt sich die „Mutter Georgiens“, ein Symbol der Stadt Tbilissi. Wir schlendern wieder hinab zum Majdan-Platz, hier durchstöbern wir das eine oder andere Geschäft und landen in einem kleinen Lädchen, das von 2 älteren Damen geführt wird. 

 

 

Sie sind sehr freundlich und da sie ein wenig Englisch sprechen, klappt die Verständigung bestens. Wir kaufen 2 Hüte und dürfen auch ein Foto von den beiden machen. „Nachwamdis“ ( Auf Wiedersehen).

 

 

 

Wir gehen bis zur Mtechi-Brücke. Der Park zur Friedensbrücke ist gesperrt. Großes Polizeiaufgebot. Die Seilbahn zur Festung soll morgen in Anwesenheit von „Mischa“ (Sakaaschwili) eröffnet werden. Es werden noch letzte Arbeiten erledigt. Wir gehen durch die Erekle-Gasse, vorbei an der Sioni-Kirche und der Synagoge.

 

              

 

Als es zu regnen beginnt, suchen wir in einem Keller-Restaurant in der Levelidze-Straße Schutz und machen erste Bekanntschaft mit der georgischen Küche. Es gibt Chatschapuri, ein gebackenes Käsebrot. Am Nebentisch sitzt ein Pärchen, welches Chinkhali (eine Art von Maultaschen) verzehrt. Beide Gerichte sind fast überall auf den Speisekarten zu finden.

 

 

Zum Glück hört es bald auf zu regnen und wir begeben uns ins Hotel zurück. Nach ein wenig Siesta brechen wir zum 2. Stadtbummel auf. Diesmal geht es ins Botschafts- und Parlamentsviertel, beim Jugendpalast erreichen wir den Rustaweli-Boulevard. Im und um den Palast herrscht Hochbetrieb, wir sind neugierig und gehen hinein, durch die Eingangshalle gelangen wir in den Innenhof wo überall Musik zu hören ist.

 

 

   

 

Am Puschkinplatz gehen wir durch die Unterführung mit zahlreichen Geschäften, kaufen Äpfel und noch etwas für das Abendessen und kommen zur Friedensbrücke, die hier den Mtkvari eindrucksvoll überspannt und beleuchtet ist.

 

   

 

 

Im Hotel machen wir noch kurz Bekanntschaft mit Heike, einer der Mitreisenden, die auf dem Nachbarbalkon ihr Zigarettchen raucht.

 

 

Tag 3

 

Sa, 12.05.12 Da es heute um 10.00 Uhr zur Stadtführung durch unseren Reiseleiter Hans-Heiner losgehen soll, sitzen wir bereits gegen 9.00 Uhr am Frühstückstisch. Es dauert nicht lange und unser Kollege und Freund Malte, der einen Tag später angereist ist, erscheint. An den Nachbartischen haben weitere Mitreisende Platz genommen und erste Gespräche werden geführt. Man freut sich auf eine gemeinsame Zeit.

 

    

 

Hans-Heiner ist pünktlich vor dem Hotel angekommen, die Stadtrunde kann beginnen. Begleitet wird er von Lela, unserer Tour-Fotografin. Die anderen beiden Reiseführer werden wir erst am Abend kennenlernen. Hans-Heiner erzählt über die Geschichte Georgiens sowie auch Tiflis’ . Wir steigen zur Festung auf, vorher geht es wieder durch das Betlemi-Viertel, diesmal bis ganz oben zur „Mutter Georgiens“ (Kartlis Deda), eine Statue aus Aluminium, die Schwert (für den Feind) und Schale (für den Freund) in ihren Händen hält.

 

    

 

    

 

    

 

 

Als wir von der Feste Narikala absteigen, sehen wir, mit welchem Eifer die Altstadt renoviert wird und besuchen die Moschee.

 

     

 

   

 

Beim Spaziergang durch die Stadt sehen wir, dass sich hier eine Gruppe Jugendlicher aufgestellt hat, um hier ihre Gesangskünste darzubieten.

 

     

 

Wieder im Zentrum, machen wir Pause in einem Café in der Rue du Chardin. Lela erzählt, das sie gerade eine kleine Ausstellung in der Bank of Republic hat und ein Teil der Gruppe ist daran interessiert, sich diese an zu sehen. Mit dem Taxi fahren wir gemeinsam hin, müssen aber leider feststellen, dass die Bank schon geschlossen hat. Aber: Wir werden im Verlauf der Reise noch reichlich Gelegenheit haben, ihre Fotos zu bewundern.

 

 

    

 

Wir drei – laufen über den Rustaweli Boulevard zum Hotel zurück. Am Parlamentsgebäude ist grad Demo. Es soll um die Rückführung von Süd-Ossetien gehen. Es ist sehr laut, aber friedlich.

 

   

 

Am Abend sind wir von unserem Reiseveranstalter, Hans-Heiner, in ein typisch georgisches Restaurant eingeladen, es heißt „Schemoichede Genazwale“ (Schau’ mal rein, Schätzchen)

Die georgische Tafel ist überwältigend, innerhalb kürzester Zeit ist der Tisch mit Wein, Schnaps, Wasser, Bier, Auberginencreme, Salat, „Grünzeug“, Chinkhali, Chatschapuri, Kebab, gefüllten Pilzen und mit Pilzen gefüllte Teigtaschen, voll beladen. Inzwischen sind unsere beiden Reiseführer, David und Bukhuti eingetroffen. David spricht sehr gut deutsch und wird uns vieles auf der Reise erklären. Es wird ein fröhlicher Abend und der „Tamada“ (Hans- Heiner, der Tischmeister) spricht zu jedem Glas Wein einen Toast aus, später dürfen auch wir dieses tun, der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. „Gaumarjoss“ = Sei siegreich! (Prosit). Zu jedem Trinkspruch muss das Weinglas geleert werden, am Anfang halten wir beim Trinken noch mit, später müssen wir einen Gang zurückschalten.

 

Als wir rauskommen, gießt es in Strömen, das Wasser rauscht in Sturzbächen. durch die Straßen und auch der Taxi-Innenraum bleibt nicht trocken. Am nächsten Tag erfahren wir von Lela, dass ihr Heimweg eine regelrechte Odyssee war. Sie hatte ca. 3 h für die 30 km benötigt. Aus den Nachrichten entnehmen wir, dass einige Menschen durch das Hochwasser ums Leben kamen.

 

 

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Georgien 2012